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 Pneumokokken (Streptococus pneumoniae) sind Bakterien, die schwere Infektionen verursachen wie Lungenentzündung, Hirnhautentzündung oder sogar Blutvergiftungen.

Seit Februar ist in Deutschland ein Impfstoff für Kindern unter zwei Jahren gegen diese unerwünschten Besucher zugelassen.

Pneumokokken sind vor allem für die Kleinsten gefährlich. Die Bakterien kapseln sich nämlich ein - und so getarnt kann das kindliche Immunsystem sie nicht erkennen. Die Folge: Die Erreger können sich ungehindert ausbreiten. Das tun sie auch - und verursachen schwere Krankheiten, vor allem bei kleinen Kindern.

Die gefährlichsten sind:
- Lungenentzündung,
- Hirnhautentzündung und
- Blutvergiftung (Sepsis).

So sind Pneumokokken bei mindestens 220 Kindern pro Jahr für die Hirnhautentzündung (Meningitis) verantwortlich. Eine andere wichtige Pneumokokken- Erkrankung ist die bakterielle Mittelohrentzündung. Die Keime verursachen in Deutschland jährlich zwischen 300.000 und 600.000 Mittelohrentzündungen bei Kindern unter fünf Jahren; in 20 Prozent der Fälle kommt es zu Komplikationen. Außerdem erkranken etwa 40.000 Kinder unter fünf Jahren an einer Pneumokokken-Lungenentzündung. Jedes Jahr werden 21 Kinder auf Grund einer Pneumokokken-Infektion taub, weitere 24 leiden lebenslang unter Hirnschädigungen und weitere 20 sterben an der Infektion.


Der neue Pneumokokken-Impfstoff richtet sich gegen die sieben für Kinder wichtigsten Typen aus der großen Pneumokokken-Familie. Kinder unter zwei Jahren sind damit vor circa 80 Prozent der schweren Infektionen, im Fall der Pneumokokken-Hirnhautentzündung sogar 88 Prozent geschützt.

Bei der Herstellung des Impfstoffes hat man einen Kunstgriff angewandt: An die Moleküle der Pneumokokken-Kapsel wurde ein Eiweißmolekül gebunden, das es den weißen Blutkörperchen ermöglicht, den Erreger zu erkennen. So kann sich bereits das Immunsystem eines Säuglings gegen die gefährlichen Eindringlinge wehren. Der schützende Piks ist ab dem vollendeten zweiten Lebensmonat möglich. Dann folgen zwei weitere Impfungen im Abstand von vier Wochen und eine vierte im 12. bis 15. Lebensmonat.

Die Ständige Impfkommission hat im Juli eine Empfehlung ausgesprochen. Demnach sollen alle Frühgeborenen, Kinder mit niedrigem Geburtsgewicht sowie Kinder mit Gedeihstörungen oder neurologischen Erkrankungen geimpft werden. Außerdem sollen alle Kinder mit bestehenden Grunderkrankungen wie zum Beispiel Immunfehlern oder Krankheiten der Atmungsorgane durch die Impfung geschützt werden.
Dr. Sigrid Ley, Deutsches Grünes Kreuz, Marburg
 


Blick über die Grenzen: So gefährlich sind Pneumokokken


 Weltweit, vor allem in den Entwicklungsländern, sterben jährlich mehr als eine Million Kinder unter fünf Jahren an einer Lungenentzündung, hinter der Pneumokokken stecken. Zehntausende von Kindern erkranken an einer durch Pneumokokken hervorgerufenen bakteriellen Hirnhautentzündung; 20 Prozent dieser Kinder sterben, weitere 20 Prozent tragen Hirn- und Hörschäden davon. Tödliche Ausgänge von akuter Mittelohrvereiterung durch Pneumokokken werden in Entwicklungsländern auf etwa 50.000 pro Jahr geschätzt. Die Situation sieht in Industrieländern zwar erheblich besser aus, doch auch hier zu Lande kommen schwere Krankheitsverläufe vor:

Lungenentzündung (Pneumonie)

Eine Lungenentzündung wird meist durch Viren oder Bakterien verursacht. Fast immer tritt sie plötzlich auf, in der Regel nach einer anderen Erkrankung, etwa einer Bronchitis. Am häufigsten kommt sie in den Wintermonaten vor. Viruspneumonien verlaufen oft mild, manchmal werden sie gar nicht erkannt. Schwerer als die virale verläuft meist die bakterielle Pneumonie. Hier können ein oder mehrere Lungenlappen entzündet sein. Sie beginnt, wenn sich Bakterien in den Lungenbläschen festsetzen. Es kommt zur Entzündung mit Husten, Fieber und schneller Atmung. Wird eine bakterielle Lungenentzündung mit Antibiotika behandelt, setzt die Besserung meist nach etwa zwei bis vier Tagen ein.

Hirnhautentzündung (Meningitis)
Eine Hirnhautentzündung ist eine Entzündung der drei Häute (Meningen), die das Gehirn und das Rückenmark umschließen. Es gibt zwei Hauptformen: die durch Viren verursachte aseptische Meningitis und die bakterielle Meningitis. Letztere verläuft schwerer. Die Hirnhautentzündung gehört sofort in ärztliche Behandlung. Erste Anzeichen sind Erbrechen, plötzliches hohes Fieber, Kopfschmerzen, absolute Teilnahmslosigkeit, Unruhe oder Nackensteifigkeit.

Mittelohrentzündung (Otitis media)
Mittelohrentzündungen sind die häufigste Ursache für Ohrenschmerzen bei Kindern. Erreger können Viren oder Bakterien sein. Oft tritt sie als Komplikation einer Infektion der oberen Atemwege auf, etwa einer Erkältung oder einer Racheninfektion. Eine Mittelohrentzündung gehört in ärztliche Behandlung. Nasentropfen helfen beim Abschwellen der Schleimhäute und traten dazu bei, die Eustachische Röhre zu öffnen, die das Mittelohr mit dem hinteren Rachenraum verbindet. Eventuell wird der Arzt Antibiotika verordnen.

Pneumokokkenimpfung wird der Zeit empfohlen für:
Kinder und Jugendliche und Erwachsene mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens wie z.B.
- chronische Erkrankungen der Lunge und das Herz-Kreislauf-System,
- chronische Leber- und Nierenerkrankungen,
- Diabetes mellitus und andere Stoffwechselkrankheiten,
- Erkrankungen der blutbildende Organe,
- Personen mit HIV-Infektion oder anderen Formen einer Immunschwäche,
- vor Beginn einer immunsuppressiven Therapie,
- vor einer Organtransplantation,
- Patienten mit fehlender oder funktionsunfähiger Milz.
Personen über 60 Jahre
 
 
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